Über Bertolt Brechts Werke

Bertolt Brecht hat mit seinem Gesamtwerk provoziert und wachgerüttelt. Er gilt heute als der Klassiker der Vernunft. Bertolt Brechts Werke im World Wide Web revolutioniert die Beschäftigung mit seinen Werken und bietet ein ideales Forum zur Forschung.

Brecht ist in seinem "Abstieg in den Ruhm" zu einem Klassiker geworden. Über "Brecht als Klassiker" schrieb Max Frisch schon 1955, er hatte es ironisch gemeint, doch sein Diktum von der "durchschlagenden Wirkungslosigkeit eines Klassikers" wurde im Falle Brechts von der Wirklichkeit nicht eingelöst. Brecht ist ein klassischer Autor. Ungeachtet dessen kann er als "Ärgernis" wirken, wie Marianne Kesting schrieb: "Über seinen Tod hinaus blieb Brecht ein Skandalon, eines jener fruchtbaren Ärgernisse, an denen sich die Diskussion immer wieder entzünden muß. Sein Werk, das bleiben wird, sitzt wie ein Stachel im Fleisch unserer Zeit."

Warum dieses Werk bleiben wird und warum es wie ein Stachel im Fleisch unserer Zeit wirkt, stellt Peter Suhrkamp fest. Im Vorwort zu seiner Auswahl von Brechts Gedichten und Liedern schreibt er: "Daß Brecht als Dichter, im Gedicht und im Drama, die Historie unseres Volkes seit 1918 schreibt, wird noch viel zu wenig gesehen, es wird aber dem, der diese Zeit intensiv miterlebt hat, bei einer zusammenhängenden Lektüre seiner Gedichte sowie seiner Dramen vehement deutlich." Auch dies, die Geschichte der Zeit in Sprache und Szene zu zeigen, ist klassische Haltung. Das Klassische in Brecht zu sehen heißt nicht, ihn in ein Museum zu stellen, sondern ihn in seiner Entwicklung und in seiner Wirkung zu begreifen.

Siegfried Unseld

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